Samstag, 4. Juli 2020

Pferdewagen? Nein, Palace Horse cars!

Da war kürzlich ein Bild auf Facebook zu finden, bei dem ich mich sofort entschlossen habe, ein solches Modell zu bauen.


Ein Transportwagen für Pferde, zu dem der Hersteller schreibt:

"Soeben haben wir eine Serie der oben abgebildeten Wagen vervollständigt und zum Einsatz übergeben, die insbesondere für den Transport von Pferden im Personen- und Expresszug-Verkehr gebaut wurden und die speziell für Veranstaltungen von Rennställen oder transkontinentalen Transporten geeignet sind, wo der Transport mit Güterzügen unmöglich oder unpraktikabel ist.
Diese Wagen sind aber auch zweckdienliche Fahrzeuge für den Transport von Familienställen zu und von den Sommerwohnsitzen."

Und da der Hersteller von einem gehobenen Standard für seine Erzeugnisse spricht, sind das dann keine simplen Wagen für den Transport von Pferden, sondern "Palace Horse cars". Den Pferden wird's wohl gleich sein, wenn nur die Einrichtung halbwegs artgerecht ausgeführt ist.

Ich gebe zu, dieser Güterwagen, der er ja im Prinzip ist, in der Gestalt eines Expresszugwagens, faszinierte mich sofort, zumal der Bau nach meiner Auffassung ein relativ einfacher ist. Erst recht dann, wenn man ein paar industriell gefertigte Teile einsetzen kann.


Das sind die beiden Teile, die ich von einem anderen Bausatz verwenden kann, das etwas schwierig zu fertigende Dach und der Rahmen/Boden mitsamt der Endplattformen und Aufstiege.


Da ich ein solch schönes Dach mit den geschwungenen Enden schon einmal gebaut habe, sehe ich hier bei einer erneuten Realisierung auch keinerlei Probleme.

Allerdings, ein bisschen Erfahrung zum Bau eines solchen Modells braucht es schon, denn Zeichnungen oder Skizzen gibt es zu diesem Fahrzeug nicht, die einzige Angabe aus dem Katalog ist, dass der Wagen 44 Fuß lang ist und damit ist die Länge des Wagenkastens gemeint. Der Rest muss sich aus den Abmessungen des Rahmens und des Dachs ergeben. Aber mit dieser Länge von 44 Fuß sind die Teile des Bausatzes sehr gut verwendbar, sind sie doch für einen 50 Fuß langen Wagen vorgesehen.

Ein bisschen Schwatzen mit einem Freund führte letztlich dazu, dass er auch einen solchen Pferde-Transportwagen für seinen Zirkuszug haben möchte - ok, baue ich eben zwei Modelle, ein gekürztes und ein 50 Fuß langes.


Und damit geht's los! Eines der Dächer wird um genau ein Doppelfenster der Oberlichter gekürzt und wieder zu einer Einheit zusammengefügt.

Baumaterial für den Wagenkasten ist in erster Linie weißes Styrene (Polystyrol) in Platten mit Brettergravur und Streifen von Evergreen Scale, das in vielen Dicken und Abmessungen auch hierzulande gut erhältlich ist.


Ein bisschen gezählt und gerechnet und damit bin ich anhand des Originals bei dem 44 Fuß Wagen auf diese Abmessungen gekommen, was auch übliche Türdimmensionen von 5 bzw. 8 Fuß ergibt. Und selbst bei den Amerikanern gab es dazu keinerlei Widerspruch.


Damit entstanden dann auch die ersten Zuschnitte der Seitenwände, natürlich auch gleich für den längeren 50 Fuß Wagen.


Nachmessen der gplanten Türöffnungen an den fertiggestellten Seitenwänden mit allen Fenster- und Rürrahmen und ich habe genau das erreicht, was ich geplant hatte, die Türöffnungen sind genau 5 bzw. 8 Fuß breit geworden.


Rahmen, Wagenkasten und Dach haben sich das erste Mal zusammengefunden. Allerdings ist es gegenwärtig noch das originale Dach, wo die schönen geschwungenen Enden noch angebracht werden müssen.

Also ran an's Dach!


Mit einer Skizze wird die Form der Dachenden möglichst genau definiert ...


... und dann sind mit zwei Sägeschnitten die Dachenden auch schon ab. Von nun an gibt's kein zurück mehr!


Drei Holme, die ich unter das Oberlicht geklebt habe, werden die modifizierten Dachenenden tragen.


Schmale Polystyrolstreifen werden aufgeklebt ...



... und nach der vollständigen Abdeckung in der Form der zukünftigen Dachrundungen verschliffen.


Hier habe ich wohl einen besseren Weg als bei einem früheren Modellbau gefunden, mit den Verlängerungen der Außenholme unter den Dachkanten, bei den Amerikanern als Fascia bezeichnet, und dem Abschluss an den Dachenden sind die neuen äußeren Umrisse der Dachenden schon einmal fixiert.


Diese Ausschnitte werden in den nächsten Schritten gefüllt, verkleidet, so dass hinterher mit viel Schleifpapier glatte und wohlgeformte Rundungen bis zu den Dachenden geschaffen werden können.


Eine Ausnahme bleiben die linke Dachenden, wenn man vom Ende her auf die Modelle schaut, denn da führen von der Stirnwand des Wagens die Aufstiege zu den Dächern hindurch, natürlich mit Tritteisen, die noch folgen werden.
Falls Sie diese Besonderheit noch nicht erkannt haben sollten - das Bild des Vorbilds zeigt es an, auch wenn
man etwas genauer hinschauen muss.


Das erste Dach ist fertig! Auf Grund der Form dieser speziellen Dächer (aus längst vergangenen Zeiten) nennen es die Amerikaner auch "Bull nose roof" - Bullennasen-Dach. Und das Besondere, es gibt keinen industriellen Hersteller, der Wagen mit solch einer Dachform anbietet. Also wirklich was Besonderes!


To be continued!

Keine Kommentare:

Kommentar posten